antikensammlung

Die Kasseler Antikensammlung im Erd- und Untergeschoss von Schloss Wilhelmshöhe bietet einen Überblick über vergangene Kulturen im Mittelmeerraum. Rund 800 ausgestellte Objekte reichen von der Bronzezeit über die Blütezeit Griechenlands bis zum Imperium Romanum und geben einen Überblick über die künstlerische Entwicklung der verschiedenen antiken Zivilisationen. Sie erzählen von der Sammellust der Landgrafen und zeigen die Antikenrezeption in Kassel. Der Rundgang führt von der »Lebendigen Antike« über das »Erbe der Landgrafen« bis hin zu »250 Jahre Antikensammlung«.

Lebendige Antike

Kasseler Apoll, Mirja Loewe, MHK

Folgende thematischen Schwerpunkte gliedern die Ausstellung: Römer, Griechen, Skulptur, Mythos und Archäologie.

Von der Alltagskultur und dem Leben der Römer erzählen kleine Gebrauchsgegenstände und Porträtköpfe. Exponate unterschiedlicher Fundorte, wie etwa der Kasseler Ausgrabung auf Samos werden im Bereich Archäologie gezeigt. Vasen illustrieren den Alltag der Griechen: Symposium, Wettkampf und Theater werden ebenso thematisiert, wie der Mythos antiker Götter und Helden.

Marmorne Skulpturen vermitteln die Schönheit der antiken Plastik, so auch der berühmte Kasseler Apoll, die am besten erhaltene römische Kopie einer verlorenen griechischen Bronzestatue.

Das Erbe der Landgrafen

Asklepiosrelief aus Griechenland, Picture Ute Brunzel, MHK

Die Ursprünge der Antikensammlung reichen zurück bis ins Jahr 1688, als hessische Truppen Funde aus Athen nach Kassel brachten. Ausdruck jener frühen Phase der Antikenrezeption ist auch der monumentale »Kasseler Herkules«, der Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergpark Wilhelmshöhe ist und über der Stadt thront. Landgraf Carl hatte ihn zum Sinnbild seines fürstlichen Herrschaftsanspruches gemacht. Ein Fernglas in der Ausstellung ermöglicht seine detaillierte Betrachtung.

Auch das Interesse Landgraf Wilhelms VIII., der auch für die Begründung der Kasseler Gemäldegalerie bekannt ist, galt der Antike. In Genua ließ er 1756 sechs Großbronzen erwerben. Zunächst in der Karlsaue ausgestellt, wurden sie später zu wichtigen Objekten des neuen Museum Fridericianum.

250 Jahre Antikensammlung

Raumansicht Bereich 250 Jahre Antikensammlung, Mirja Loewe, MHK

Im »Romsaal« wurde im Jahr 2018 die Dauerausstellung um einen sammlungshistorischen Teil erweitert. Die Abteilung »250 Jahre Antikensammlung« widmet sich insbesondere den Erwerbungen Landgraf Friedrichs II., die er 1777 in Italien tätigte. Noch im selben Jahr begann die wissenschaftliche Erforschung in der »Altertümergesellschaft«.

Winkelmannbüste_A40426.jpgA. R. Mengs und F. W. Doell, Büste J. J. Winckelman, Ute Brunzel, MHK

Das bis heute weltbekannte Museum Fridericianum wurde 1779 eröffnet. Den europäischen Rang bezeichnet auch der Bronzeguss der berühmten Bildnisbüste des Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), sie ist Vorbild aller späteren Wiederholungen und Varianten des Porträts.

Korkmodelle

MHK_Colosseum Rom_Korkmodell_ Antonio Chichi_Antikensammlung_A10564.jpgA. Chichi, Korkmodell des Kolosseums in Rom, Ute Brunzel, MHK

Die einmalige Serie von 33 Korkmodellen antiker Bauwerke in Rom erzählt ebenfalls anschaulich von der Antikenbegeisterung Landgraf Friedrichs II. Die Serie ist im Untergeschoss zu sehen und wurde von Antonio Chichi in Rom gefertigt. Die riesigen Modelle des Kolosseums und des Pantheons sind im »Romsaal« zu sehen.


Die Antikensammlung virtuell erleben


Im »Romsaal« besteht für Besucher die Möglichkeit, Teile der Ausstellung digital zu erleben. Eine App auf bereitstehenden Tabletts nimmt den Nutzer mit ins Jahr 1777 zu Landgraf Friedrich II. von Hessen Kassel und seinen Erwerbungen in Italien.

Mit der App in die Ausstellung

Nutzer von iPads und iPhones (ab iOS 12) können wahlweise auch ihre eigenen Geräte in der Ausstellung nutzen. Für alle anderen stehen einige iPads im Ausstellungsraum von Schloss Wilhelmshöhe zur Verfügung. Werden die Geräte auf die Bodenmarkierungen gerichtet, erscheinen mithilfe von Augmented Reality zusätzliche Exponate sowie Video- und Audiodateien. Die App ist kostenlos zum Herunterladen im App-Store von Apple für iOS-Geräte erhältlich.

Die Antikensammlung ins eigene Wohnzimmer holen

Auch außerhalb des Museums kann man Teile der virtuellen Ausstellung erleben: Erkennt die Anwendung den Boden eines beliebigen Raumes, so können die 14 virtuellen Exponate der Antikenausstellung inklusive der illustrierten Erläuterungen sowie einiger Video- und Audiodateien auch ohne Bezug zum Museumsraum angezeigt werden. Nicht verfügbar sind in dieser Variante die Informationen zu den elf real ausgestellten Objekten. Die App für zu Hause ist im App Store von Apple und im Google Play-Store verfügbar.

Den Kasseler Apoll als 3D-Modell entdecken

Wer den Kassleler Apoll als 3D-Scan genauer unter die Lupe nehmen möchte, kann sich die Skulptur jetzt aufs Handy holen. Dafür einfach das unten stehende Motiv vor die Handykamera halten, während die App in Betrieb ist:


Die App für zu Hause ist im App Store von Apple und im Google Play-Store verfügbar.