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MHK_Neue Galerie Aussenansicht_2013_ma23770.jpgNeue Galerie, Außenansicht, MHK

An der Schönen Aussicht mit Blick über die Karlsaue gelegen, beherbergt die Neue Galerie die städtischen und staatlichen Kunstsammlungen. Von der romantischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts über Meisterwerke des deutschen Impressionismus bis hin zur zeitgenössischen Kunst bietet die Neue Galerie Besuchern einen spannenden Dialog zwischen den Epochen. Ein besonderer Sammlungsschwerpunkt liegt auf den documenta-Kunstwerken, die seit 1982 mit Ankaufsgeldern der Stadt Kassel und des Landes Hessen erworben werden.

Nach dem Ende der documenta 14 sind die Pforten wieder geöffnet und Besucher dazu eingeladen, die Sammlung der Moderne neu zu entdecken. Im Rahmen der Wiedereinrichtung wurde die bisherige Ausstellung um rund 50 Werke ergänzt und neue Schwerpunkte gesetzt.

Geschichte der Neuen Galerie

Das als Gemäldegalerie zwischen 1871 und 1877 nach den Plänen des Architekten Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825–1885) errichtete Gebäude beherbergte ursprünglich die bereits berühmte Gemäldesammlung des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel (reg. 1730/51–1760). Nach einer Umfunktionierung des Gebäudes zu einer Stadtresidenz während der französischen Besatzungszeit unter Jérôme Bonaparte (reg. 1807–1813) konnte das Gebäude nicht mehr zu Ausstellungszwecken genutzt werden. Erst durch die Initiative des damaligen Oberpräsidenten Eduard von Möller (1814–1881) konnte ein Neubau nach dem Vorbild der Alten Pinakothek in München durch den Architekten Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825–1885) realisiert werden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden und war danach lange Zeit vom Abriss bedroht. Nach einer Verlagerung der Gemäldegalerie Alte Meister wie auch der Bestände des 18. Jahrhunderts ins Schloss Wilhelmshöhe 1962, konnte mit dem Wiederaufbau des Galeriegebäudes als Haus der Moderne begonnen werden.

Im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Kasseler Museumslandschaft wurde das Gebäude 2006 bis 2011 unter der Leitung des Berliner Büros Staab Architekten umfassend saniert und modernisiert. Die Verlagerung der Bestände des 18. Jahrhunderts – Werke der Malerfamilien Tischbein und Nahl – ins Schloss Wilhelmshöhe zählt dabei zu den wichtigsten inhaltlichen Veränderungen. Seitdem präsentiert die Neue Galerie regional wie international bedeutende Malerei, Plastik und neue Medien des 19. bis 21. Jahrhunderts.


Kunst des 19. Jahrhunderts


_DSC_8919.jpgRaumansicht Französische Malerei in der Neuen Galerie, 19. Jahrhundert, Foto Volker Straub, MHK

Zu den Highlights der Kunst des 19. Jahrhunderts zählen die Werke von Johann Martin von Rohden, dem Spätromantiker Johann Wilhelm Schirmer sowie der Willingshäuser Malerschule. Den Übergang zum 20. Jahrhundert markieren die umfangreichen Bestände der Neoimpressionisten Paul Baum und Curt Herrmann, die sich in ihren Werken früh mit den Errungenschaften des Impressionismus auseinandergesetzt haben. Zu den Höhepunkten in der Neuen Galerie zählen zudem die Werke von Lovis Corinth, besonders seine virtuose Walchenseelandschaft aus dem Jahr 1921.

Hier finden Sie den Bestandskatalog der Gemälde des 19. Jahrhunderts

Von der Klassischen Moderne bis zur documenta-Kunst


Die Klassische Moderne ist mit Gemälden u. a. von Alexej von Jawlensky, Henri Laurens und Max Ernst vertreten. Bilder und Skulpturen der Nachkriegszeit, die Pop Art und abstrakte Malerei bis hin zur Gegenwart bilden weitere Schwerpunkte. Dazu gehören die Werke der informellen Künstlergruppe »Quadriga«, Arbeiten der monochromen Malerei sowie beeindruckende Exponate von Ernst Wilhelm Nay, Sigmar Polke, Hermann Nitsch und Gerhard Richter.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Erwerbungen aus den documenta-Ausstellungen. Sie erweitern die Sammlung um internationale Spitzenpositionen der zeitgenössischen Kunst, darunter »Goulimine« von Rupprecht Geiger, Michael Rakowitz’ hochgelobte Installation »What Dust Will Rise?«, Hito Steyerls »Red Alert« sowie die begehbare Spirale »Isola« des Arte Povera-Künstlers Mario Merz. Zu den jüngsten Erwerbungen zählen das Gemälde »vater kind kind« der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn, und die Installation »Music Room, Athens« von Nevin Aladağ, die Teil der documenta 14 waren.

Beuys in Kassel


MA22814(1).jpgJoseph Beuys, The pack (das Rudel), Foto Arno Hensmanns, MHK

Herzstück der Sammlung ist der anlässlich der Eröffnung des Hauses 1976 von Joseph Beuys persönlich eingerichtete Raum im Erdgeschoss. Die Installation umfasst »The pack (Das Rudel)« (1969), vier Vitrinen, 29 Zeichnungen und sieben plastische Bilder. Zunächst als Leihgabe ausgestellt, konnte das Ensemble 1993 mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder angekauft werden.

Hier zeigt sich Beuys’ »erweiterter Kunstbegriff«: Kunst kann die Gesellschaft verändern, vorausgesetzt der Mensch weiß sein kreatives Potential zu nutzen.