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Julius Eugen Ruhl, Aussicht aus der Casa Buti auf den Quirinal, Aquarell, Rom, 1818, Graphische Sammlung, MHK

treffpunkt rom 1810

die geschichte eines künstlerstammbuchs

Sonderausstellung im Schloss Wilhelmshöhe • 23. Oktober 2020 bis 24. Januar 2021


Künstlerstammbuch von Wilhelm von Blanckenhagen, MHK, G23330.jpgKünstlerstammbuch von Wilhelm von Blanckenhagen, MHK

Stammbücher, die Vorläufer unserer Poesiealben oder des »Like« in den neuen Medien, kamen im 16. Jahrhundert in Mode. Auf Reisen führte man die kleinformatigen Büchlein mit sich und bat neue Bekanntschaften oder bedeutende Persönlichkeiten um einen Beitrag zur Erinnerung.

Im Fokus der Ausstellung steht das Künstlerstammbuch des kunstinteressierten und wohlhabenden Wilhelm von Blanckenhagen. Der Adelige begab sich 1808 mit seiner Familie auf eine mehr als dreijährige Bildungsreise, die ihn über Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und die Schweiz bis nach Italien führte.

Mehr über das Künstlerstammbuch erfahren

Johann Friedrich Overbeck (1789-1869), Rückkehr von der Reise und Bekränzung der Penaten, Rom, September 1810, MHK

In Rom, dem Sehnsuchtsort für Künstler aus dem Norden, erwarb Blanckenhagen nicht nur Gemälde, Druckgraphik und Antiken, sondern bat auch deutsche, russische oder baltische Künstler um eine Zeichnung für sein Album.

Die ungebunden vorliegende Sammlung umfasst über 30 Zeichnungen von zum Teil herausragender Qualität. Das Spektrum erstreckt sich von in Rom alteingesessenen Künstlern wie Bertel Thorvaldsen oder Joseph Anton Koch bis zu den gerade in Rom eingetroffenen Lukasbrüdern Johann Friedrich Overbeck und Franz Pforr. Wie Gottlieb Schick oder Christian Daniel Rauch stammen die meisten Künstler aus dem unmittelbaren Umfeld von Caroline von Humboldt.

Die Graphische Sammlung konnte das selbst Experten unbekannte Künstlerstammbuch 2019 mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Hessischen Kulturstiftung und des Museumsvereins Kassel e. V. aus Familienbesitz erwerben und gibt mit der Ausstellung nun einen Einblick in das Beziehungsgeflecht der Künstler des Humboldt-Kreises.