höfische jagd in hessen

Hessisches Landesmuseum • 27. September 2019 bis 12. Januar 2020


Hirschtrophäe, geschossen von Landgraf Carl von Hessen-Kassel am 20. September 1682, MHK, Sammlung Angewandte Kunst_K93194.jpgAbb.: Hirschtrophäe, geschossen von Landgraf Carl von Hessen-Kassel am 20. September 1682, MHK, Sammlung Angewandte Kunst

Jeder kennt das Bild: Ein Sportgroßereignis – auf der Ehrentribüne der Präsident der gastgebenden Nation. Neben ihm ein politischer Vertreter des Gastlandes. Ereignis, Privileg, Vergnügen? Oder doch Politik?

Vierhundert Jahre zuvor stellten sich ähnliche Fragen. 1596 lud Landgraf Moritz von Hessen-Kassel eine hochrangige englische Gesandtschaft zur höfischen Jagd nach Melsungen. Sie war gekommen, um die hessische Prinzessin Elisabeth im Namen ihrer Patin, Königin Elisabeth I. von England, aus der Taufe zu heben. Nach der dreitägigen Taufzeremonie fuhr man zum Jagen – wo »mehr Freyheit und ungezwungenes Wesen« möglich war.

Die Ausstellung widmet sich am Beispiel konkreter Jagdereignisse in Hessen der gesellschaftlichen und politischen Funktion höfischer Jagd in der Frühen Neuzeit. Prunkvolle Waffen und Ausstattungsgegenstände, aber auch Pokale, Besteck, Kleidung und Gemälde spiegeln den Anspruch von Gastgeber und Gästen. Neben herausragenden Beständen aus ehemals landgräflichem Besitz in der MHK zeigen Leihgaben der Hessischen Hausstiftung aus dem Museum Schloss Fasanerie und Leihgaben des Museums Jagdschloss Kranichstein die Dimension solcher Jagdereignisse.