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grimms märchen im jugendstil

Hessisches Landesmuseum •29. November 2019 bis 31. Januar 2020


MHK_Ausstellungsansicht Grimms Märchen im Jugendstil_Bild Stephanie Homeier.jpgAusstellungsansicht »Grimms Märchen im Jugendstil«, MHK

Weihnachtsschau in Kooperation mit der Brüder Grimm-Gesellschaft e.V.

Rund um Weihnachten können Besucher im Hessischen Landesmuseum in eine märchenhafte Bilderwelt eintauchen, denn die Brüder-Grimm Gesellschaft stellt erstmals einen10 Meter langen Märchenfries von Gertrud Pfeiffer-Kohrt aus. Auch weitere zentrale Märchen-Illustrationen des Jugendstils und die Bildgeschichte der Märchen der Brüder Grimm werden zu sehen sein.

Der Märchenfries entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und konnte kürzlich durch die Brüder Grimm-Gesellschaft erworben und mit Mitteln der Kasseler Fieseler-Stiftung restauriert werden.

 

Hintergrund

»Aschenputtel«, »Dornröschen« oder »Schneewittchen« – die Grimm‘schen »Kinder- und Hausmärchen« sind weltbekannt und erzeugen sofort Bilder von Helden, Bösewichten und Prinzessinnen. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen sich zahlreiche Künstler die Geschichten zum Thema und illustrierten sie auf unterschiedlichste Weise.

Die allererste Illustration eines Grimm‘schen Märchens schuf 1818 Ludwig Emil Grimm, der »Malerbruder« der berühmten Kasseler Märchensammler und Sprachforscher. Für den ersten Band der zweiten Auflage (Berlin 1819) gestaltete er die erste Innenseite mit dem Märchen »Brüderchen und Schwesterchen«. Nachfolgende Teilausgaben in den Niederlanden und England verschafften der Gattung der Märchenbilder großen Auftrieb. Großen Erfolg hatte in der Folge die von L. E. Grimm, L. Pietsch und P. Meyerheim gestaltete »Kleine Ausgabe« (zuerst: Berlin 1825), die bis zum Ersten Weltkrieg mehr als fünfzigmal aufgelegt wurde. In der Reihe der Münchner und Stuttgarter Bilderbogen sowie auf verschiedenen Ausschneidebogen für das Kindertheater kamen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Dutzende von Märchendarstellungen heraus.

Gleichzeitig wurden prächtige Ausgaben mit farbigen Lithographien gestaltet, die im Jugendstil ihren Höhepunkt erreichten. Bedeutende Impulse für die Märchenillustration kamen dabei wiederum aus England. Um die Jahrhundertwende schufen Wiener Sezessionskünstler herausragende Kompositionen, in Hessen gestaltete Otto Ubbelohde mehr als 450 Federzeichnungen, die in drei Bänden von 1907 bis 1909 publiziert wurden.