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grimms märchen im jugendstil

Eine Ausstellung der Brüder Grimm-Gesellschaft im Hessischen Landesmuseum
28. November 2019 bis 31. Januar 2020


MHK_Gertrud Kohrt_ Märchenfries (Teil)_Gouache auf Leinwand_1913 oder 1914_Brüder Grimm-Gesellschaft e.V._Teil 01.jpgGertrud Kohrt, Märchenfries (Teil), Froschkönig, Gouache auf Leinwand, 1913/14, Brüder Grimm-Gesellschaft e.V.

»Aschenputtel«, »Dornröschen« oder »Schneewittchen«  – die Grimm‘schen »Kinder- und Hausmärchen« sind weltbekannt und erzeugen sofort Bilder von Helden, Bösewichten und Prinzessinnen. Besonders am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfreuten sich Märchenillustrationen großer Beliebtheit. Die Künstler der Jahrhundertwende nahmen sich die Geschichten zum Thema und illustrierten sie auf ganz unterschiedliche Weise. Ein Beispiel ist der etwa zehn Meter lange Märchenfries von Gertrud Kohrt, den die Brüder Grimm-Gesellschaft kürzlich erwerben konnte und der mit Mitteln der Kasseler Fieseler-Stiftung restauriert wurde. Nun wird der Märchenfries erstmals im Hessischen Landesmuseum ausgestellt.

Die allererste Illustration eines Grimm‘schen Märchens schuf 1818 Ludwig Emil Grimm, der »Malerbruder« der berühmten Kasseler Märchensammler und Sprachforscher. Für den ersten Band der zweiten Auflage (Berlin 1819) gestaltete er die erste Innenseite mit dem Märchen »Brüderchen und Schwesterchen«. Nachfolgende Teilausgaben in den Niederlanden und England verschafften der Gattung der Märchenbilder großen Auftrieb. Großen Erfolg hatte in der Folge die von L. E. Grimm, L. Pietsch und P. Meyerheim gestaltete »Kleine Ausgabe« (zuerst: Berlin 1825), die bis zum Ersten Weltkrieg mehr als fünfzigmal aufgelegt wurde. In der Reihe der Münchner und Stuttgarter Bilderbogen sowie auf verschiedenen Ausschneidebogen für das Kindertheater kamen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Dutzende von Märchendarstellungen heraus.

Gleichzeitig wurden prächtige Ausgaben mit farbigen Lithographien gestaltet, die im Jugendstil ihren Höhepunkt erreichten. Bedeutende Impulse für die Märchenillustration kamen dabei wiederum aus England. Um die Jahrhundertwende schufen Wiener Sezessionskünstler herausragende Kompositionen, in Hessen gestaltete Otto Ubbelohde mehr als 450 Federzeichnungen, die in drei Bänden von 1907 bis 1909 publiziert wurden. Die Ausstellung zeigt neben dem Fries die wichtigsten Märchen-Illustrationen des Jugendstils und die Illustrationsgeschichte der Märchen der Brüder Grimm im Allgemeinen.