MHK_Fritz Winter_Weite Horizontalen_1964_Neue Galerie-Sammlung der Moderne_Foto Arno Hensmanns_M20827_Slideshow.jpg

Fritz Winter, Weite Horizontalen,1964, Neue Galerie-Sammlung der Moderne, MHK

fritz winter. documenta-künstler der ersten stunde

Sonderausstellung in der Neuen Galerie • bis 21. Februar 2021


story1.jpgInterview vor Fritz Winter, Komposition vor Blau und Gelb, 1955, Fritz Winter-Haus, Ahlen

Die Ausstellung zeichnet Winters künstlerischen Weg und seine vielfältigen Verbindungen mit der documenta Stadt Kassel anhand signifikanter Kunstwerke nach. Im Zentrum stehen die ersten drei documenta Ausstellungen 1955, 1959 und 1964.

Besucher*innen erhalten die Gelegenheit einen zentralen Protagonisten der frühen documenta-Geschichte wiederzuentdecken, einen Maler, der die Sprache der gegenstandslosen Kunst in Deutschland seit den 1920er-Jahren maßgeblich erweitert hat.

Digitaler Rundgang


Weitere Episoden folgen...

Fritz Winter auf der documenta 1955 im Fridericianum

Fritz Winter, Komposition vor Blau und Gelb, 1955 © Fritz-Winter-Haus, Ahlen

Auf der ersten documenta hatte Fritz Winter einen großen Auftritt. Sein Gemälde Komposition vor Blau und Gelb wurde im großen Malereisaal im Museum Fridericianum Pablo Picassos Bild Mädchen vor einem Spiegel von 1932 gegenübergestellt.

Es stand repräsentativ für die Qualität der abstrakten Malerei im Nachkriegsdeutschland. Wie das Gemälde auf der ersten documenta installiert war, ist in der Ausstellung mit einer Virtual Reality-Brille oder im nachfolgenden Video-Rundgang erfahrbar.



© VG Bild-Kunst, Bonn 2020 für die abgebildeten Werke von Willi Baumeister, Max Beckmann, Georges Braque, André Derain, Hans Hartung, Zoran Antonio Music, Pierre Soulages, Victor Vasarely und Fritz Winter, © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 für die abgebildeten Werke von Henri Matisse, © Georg-Meistermann-Nachlassverwaltung, Dr. Justinus Maria Caleen VG Bild-Kunst, Bonn 2020 für das abgebildete Werk von Georg Meistermann, © Elisabeth Nay-Scheibler, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 für die abgebildeten Werke von Ernst Wilhelm Nay, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 für die abgebildeten Werke von Pablo Picasso

Interview mit Kuratorin Dr. Anna Rühl

Dr. Anna Rühl

Über abstrakte Malerei, die documenta und Fragen der Schuld. Der Bauhaus-Künstler Fritz Winter und seine Bedeutung für Kassel

Im Vorfeld der Ausstellung hat die Journalistin Carmela Thiele für die Hessische Kulturstiftung die Kuratorin der Fritz-Winter-Stiftung Dr. Anna Rühl interviewt.

PDF-Download Interview


MHK_Portrait Fritz Winter_um 1950_Fritz-Winter-haus Ahlen.jpgPortrait Fritz Winter, um 1950 Foto: Fritz-Winter-Haus, Ahlen© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Mit seinem vielbeachteten Auftritt auf der ersten documenta 1955 wurde Fritz Winter (1905-1976) als einer der wichtigsten deutschen Vertreter der abstrakten Malerei bekannt. Im selben Jahr erhielt er den Ruf auf eine Professur an der Werkakademie in Kassel, wo er bis 1970 lehrte. Er arbeitete eng mit dem Gründer der documenta Arnold Bode zusammen und war zunehmend in die Entscheidungs- und Organisationsstrukturen der Großausstellung eingebunden.

Der ehemalige Schüler von Paul Klee und Oskar Schlemmer am Bauhaus in Dessau war unter den Nationalsozialisten als entartet diffamiert worden. 1949 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der »Gruppe der Gegenstandslosen« ZEN 49 und galt in der Nachkriegszeit als wichtiges Bindeglied zwischen den künstlerischen Avantgarden der Vor- und Zwischenkriegsmoderne und dem postulierten Anspruch des westdeutschen Anschlusses an die internationale Kunstentwicklung.