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die kasseler wasserkünste

Leichtigkeit und donnernde Kraft


Über eine Entfernung von rund zwei Kilometern und fünf zentralen Stationen hinweg wird mit unterschiedlichen »Bühnenbildern« ein monumentales Wassertheater inszeniert: Steintreppen, künstliche Felsformationen an der Großen Kaskade, Steinhöfer Wasserfall, die Wasserfälle an der Teufelsbrücke und am Aquädukt mit den anschließenden Peneuskaskaden münden schließlich im Fontänenteich mit der nur durch Wasserkraft ca. 50 Meter hoch steigenden Großen Fontäne als Höhepunkt des Schauspiels.

Mit ihrer Idee monumentaler Wasserkünste am Berg unterschieden sich die Kasseler Fürsten von den Standesgenossen ihrer Zeit. Während andere barocke Fürsten ihren Herrschaftsanspruch in weitläufigen ebenen Parklandschaften zur Schau stellten, triumphierte in Kassel Landgraf Carl über die Natur, indem er ungeheure Wassermassen scheinbar auf der Spitze eines Berges entfesselte und kunstvoll in Bahnen lenkte. Bis heute werden dafür insgesamt 750 000 Liter Wasser in verschiedenen Becken gesammelt und durch unterirdisch unter dem Habichtswald verlaufende Röhren weitergeleitet.

Die Wasserkünste in Kassel wurden aber nicht nur von einem einzigen Bauherrn realisiert: Landgraf Carl hatte sie zum Ende des 17. Jahrhunderts begonnen. Ab 1701 errichtete in seinem Auftrag der italienische Baumeister Giovanni Francesco Guerniero weite Teile der Anlage. Rund 130 Jahre später unter Kurfürst Wilhelm II. wurden die Wasserkünste mit dem Bau des Neuen Wasserfalls vollendet. So entstand ein Gesamtkunstwerk, in dem unterschiedliche Strömungen der Gartenarchitektur, der Kunstgeschichte sowie der Technikgeschichte bis heute nachvollziehbar sind. Weite Bereiche der Anlage sind bis heute in ihrer originalen Substanz erhalten.