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löwenburg

MA13833Löwenburg, Ansicht von Osten, Foto: © MHK, U. Brunzel

Eingebettet in den Bergpark oberhalb von Schloss Wilhelmshöhe entstand zwischen 1793 und 1801 die Löwenburg als eine der ersten pseudomittelalterlichen Burgruinen Europas. Sie stellt ein wichtiges Einzelelement im Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe dar.

Landgraf Wilhelm IX. (reg. 1785–1821, spät. Kurfürst Wilhelm I) beauftragte seinen Hofbaumeister Heinrich Christoph Jussow (1754–1825) mit dem Bau. Die Burg diente dem Landgrafen zum einen als Lustschloss, zum anderen sollte sie die historische Bedeutung des seit dem Mittelalter regierenden Hauses Hessen abbilden.

Die Ausstattung der äußerlich einer verfallenen Ritterburg ähnelnden Anlage, folgt im Inneren dem typischen Raumprogramm eines barocken Lust- und Landschlosses. Sie umfasst neben den fürstlichen Wohnappartements unter anderem eine Rüstkammer und eine neogotische Burgkapelle. In der Gruft unter der Kapelle fand der Burgherr auch seine letzte Ruhestätte.

Die unmittelbare Umgebung der Burg wurde ebenfalls in die Inszenierung mit einbezogen, indem ein altertümlich wirkender Burggarten, ein Weinberg, ein Turnierplatz und ein Tiergarten angelegt wurden. Die unterhalb gelegene Wolfsschlucht sollte sogar mit einem monumentalen Wasserfall versehen werden und wäre damit ein wesentlicher Teil der romantischen Wasserkünste im Bergpark geworden. Der Bau wurde jedoch schnell eingestellt.

Die ruinenhafte Gestaltung der Burg wurde mit der Zerstörung des Bergfrieds und anderer Bauteile im Zweiten Weltkrieg traurige Realität. Gegenwärtige Instandsetzungsmaßnahmen dienen dem Wiederaufbau des Bergfrieds, der Sicherung des überkommenden Baubestandes und der Wiedereinrichtung der Innenräume mit ihrem ursprünglichen Mobiliar. Damit wird die Löwenburg für die Besucher wieder so erlebbar sein, wie zu Zeiten des Kurfürsten Wilhelm I.

Hinweis: Aufgrund von Instandsetzungsarbeiten sind sowohl der Damen- als auch der Herrenbau gesperrt. Es gilt ein reduzierter Eintrittspreis.