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orangerie

ma22137Orangerie in der Karlsaue, Foto: MHK, Arno Hensmanns

Schon von weitem sichtbar ist die gelb leuchtende Fassade des Orangerieschlosses in der Karlsaue. Heute befinden sich in der Orangerie das Astronomisch-Physikalische Kabinett mit der weltweit bedeutenden Sammlung wissenschaftlicher Messinstrumente und Uhren sowie Hessens größtes Planetarium.

Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Landgraf Carl (reg. 1677–1730) das von Wilhelm IV. (reg. 1567–1591) errichtete Lusthaus durch ein repräsentatives Orangerieschloss ersetzen. Der Mittelbau mit den beiden Eckpavillons – Küchenpavillon und Marmorbad – ist quer zum umgebenen Park Karlsaue mit der Hauptfassade nach Süden ausgerichtet.

Im Mittelbau war der sogenannte Apollosaal untergebracht, in den beiden langgestreckten Verbindungsgalerien überwinterten zahlreiche Orangen- und Lorbeerbäume. Die beiden Eckpavillons nutzte der Landgraf mit seiner Frau als Sommerresidenz. Von fünf weiteren Pavillonbauten, die in dieser Achse geplant waren, konnte zu Carls Lebzeiten nur das Marmorbad errichtet werden. Der gegenüberliegende Küchenpavillon wurde erst 1770 vollendet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Karlsaue zerstört. Das Orangerieschloss brannte gänzlich aus, doch blieb das Marmorbad erhalten. Während die Bundesgartenschau 1955 einen ersten Anstoß für die Neugestaltung der schlossnahen Bereiche gab, dienten 1959 die Ruinen der Orangerie erstmals der documenta II als Kulisse ihrer kargen Inszenierung. Anlässlich der 2. Bundesgartenschau in Kassel 1981 wurde nach dem Wiederaufbau des Schlosses auch das Bowlinggreen westlich der Orangerie dem Barockstil nachempfunden